Ein Minidiorama

Eine kleine private Geschichte eines Mitglieds.

1. Der Einkauf, oder wie man zu einem Weinert Bausatz kommt
Immer wieder das gleich. Man dreht seine Runden auf den Messen und Ausstellungen, und bleibt mal wieder an den Ständen von Bavaria oder Weinert hängen. Sind schon schön die Sachen, nur teuer und dann auch noch zusammenbauen und lackieren?
Nur meine Freundin war wohl der Meinung Sie bekommt die kleine Draisine von Weinert als Fertigmodell. Und war entsprechend überrascht als Sie das flache Tütchen mit der blauen Lasche in die Hand gedrückt bekam. Doch noch bevor ich so richtig los lachen konnte, hatte Sie auch schon die Lösung: "Ich kenne da jemand der so was bauen kann...". Und schon war ich der Besitzer eines Weinert Mini-Bausatz. Tja, also mal los.

2. Am Anfang die Idee
Da ich zu Hause keine eigene Anlage habe, fiel die Wahl auf ein kleines Diorama. Und da es zu langweilig ist die Draisine einfach nur auf ein Stück Gleis zu stellen, muss auch noch eine Szene, eine kleine Geschichte her. Vielleicht ein Sportwagen der bei seiner Spritztour aufgehalten wird, weil der Draisine genau auf dem Bahnübergang die Kette abgesprungen ist? Nein, es ist nicht so wie Sie denken, ich habe nichts gegen Sportwagen und deren Fahrer. Aber könnte doch mal passieren.

3. Die Basis
Das Material ist schnell zusammen, eine Vitrine aus dem Zubehörhandel, ein Stück dünnes Holz als Basis und den Sportwagen, ein Stück Gleis, Figuren und etwas Grünzeug aus dem Fundus. Das Holz ist schnell in die Vitrine eingepasst und die erste Standprobe kann erfolgen. Sehr viele Möglichkeiten gibt es ja nicht. Der Platz um große Dinge aufzubauen ist nicht da. Ein Reststück Untertapete gibt den Unterbau für das Gleis, Bastelpappe die Straße und das Schottern geht auf dem Ministück richtig schnell von der Hand. Trotzdem, auch diese 5 cm Gleis wollen gealtert werden. Also die Schienen rostfarben anmalen und mit wenig Puderfarbe ganz leicht über den Schotter gehen.


Daraus soll es entstehen
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Die ersten Schritte sind getan
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Schnell die Straße, ein wenig Schotter
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3. Ausgestaltung
Die Straße aus der Bastelpappe wird einfach grau angemalt. Rechts und links noch ein wenig Sand als Straßenbefestigung und Randstreifen. Für eine weiße Kennzeichnung ist so eine Landstraße viel zu klein, das kann ich mir also sparen. Die Flächen daneben sind auch nicht wirklich groß, viel mehr als ein wenig Gras geht schon nicht. Das größere Stück könnte vielleicht das Ende einer Weide sein wo eine Kuh noch etwas saftige Wiese gefunden hat? Schnell mal ausprobiert... Geht, eine Kuh passt noch da hin. Auch die Draisine selber ist schnell zusammen gebaut. Der größte Teil ist an einem Messingätzblech. Das muss an einigen Stellen gebogen und gefaltet werden, schon steht die Grundform. Etwas aufwendiger sind die Räder. Zwei Messingsterne müssen genau aufeinander geklebt werden um die dickeren Speichen für das Rad zu bekommen. Und die müssen dann noch in das Rad eingeklebt werden. Das Stück Messingdraht für die Achse liegt bei. Aber alles auch für den Anfänger und Laien sehr einfach zu schaffen. Und da das Modell keine großen Flächen hat, kann auch mit einem feinen Pinsel lackiert werden. Airbrush muss hier wirklich nicht sein.


Noch ein wenig Gras und ein Seitenstreifen
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Die erste Stellprobe, aber da fehlt doch noch was...
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Das sieht schon besser aus, so könnte es bleiben
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4. Die Feinheiten
Zu guter Letzt fehlen noch die Kleinigkeiten und Details die erst für das Leben sorgen. Das Warnkreuz ist schnell ausgedruckt und an einen Messingstab geklebt. Für den Weidenzaun waren mir die normalerweise verwendeten Streichhölzer zu dick. Zum Glück gibt es vor der Tür eine richtige Kuhweide. Also schnell mal raus nachmessen. Und siehe da, ein drittel Streichholz kommt dem ganzen sehr nah. Für den Draht habe ich aber dann doch wieder den üblichen schwarzen Bindfaden genommen. Die beiden Findlinge am Straßenrand sind aus einem groben Sandhaufen von der Baustelle gegenüber. Noch ein Kilometerstein aus einem Stück Kunststoff Spritzling gefeilt, ein paar Sonnenblumen von Busch und ein paar rote Mohnblumen auf die Wiese. Schon sieht die ganze Sache recht fertig und lebendig aus.


Das fertige Ergebnis
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Die Kuh lässt sich von nichts stören
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Nur nicht aufregen, kann mal passieren
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Noch mal ein Gesamtbild
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Fertig in der Vitrine
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Alles in allem hat der Bau des kleinen Diorama sehr viel Spaß gemacht. An zwei verregneten Sonntagen ist man fertig, Farbe und Leim müssen ja auch trocknen. Auch die Draisine ist sehr einfach zu bauen, da bekommt man schon Lust auf die anderen schönen Sachen die es da noch so gibt. Mal sehen, Dortmund kommt ja alle Jahre wieder und neue Vitrinen habe ich schon im Schrank liegen...